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Neu: Organisationsmediation in der Nordkirche

Folgende Formen von Mediation werden im Raum der Nordkirche praktiziert:

 

  1. Klassische Konfliktmediation im bi- und multilateralen Setting innerhalb einer Organisation, z. Bsp.: in Kita zwischen Eltern und Leitung
  2. Mediation als Phase bzw. Bestandteil interdisziplinärer Beratungssettings mit Organisationsbezug (vgl. H. Pühl: „Patchwork-Mediation“: Mediation / Teamsupervision; Mediation / Organisationsberatung; mediative Phasen in Prozessberatung)
  3. Mediation als Konfliktlösungsverfahren zwischen zwei Einrichtungen oder Organisationen bzw. Institutionen (vgl. Kirchenmediation nach dem Modell der Westfälischen Kirche)
  4. Mediationsverfahren als Organisationsentwicklung, z.B. Mediation nach Kirchenkreisfusion, im Rahmen eines OE-Prozesses bzw. bei gravierenden Strukturveränderungen
  5. Mediation als integraler Bestandteil des Leitungshandelns, d.h. bei der Arbeit an vielschichtigen, komplexen Sachlagen werden mediative Elemente genutzt.

 

Der Nutzen der Mediation im Raum der Nordkirche wurde im Kirchenleitungsausschuss 2017 wie folgt beschrieben: 

 

  1. Bei Personalkonflikten, etwa bei einem drohenden Verfahren der Ungedeihlichkeit im Pfarramt, können über Mediation gütliche, gesichtswahrende und nachhaltige Einigungen erzielt und juristische Auseinandersetzungen vermieden werden.
  2. Eskalierte Konflikte können im Sinne einer Krisenintervention befriedet und in anderen Klärungsverfahren überführt werden (hohe Kompatibilität mit Supervision und Personalentwicklung und -beratung)
  3. Komplexe Problemlagen lassen sich strukturiert, interessegeleitet und lösungsorientiert bearbeiten und in geordnete Verfahren und nachhaltige Entscheidungsprozesse überführen, beispielsweise Konflikte um die Reduzierung des Gebäudebestandes, um Gemeindefusionen oder um die Besetzung von Pfarrstellen. 
  4. In tiefgreifenden Veränderungsprozessen bietet Organisationsmediation über den Charakter des „Aushandelns“ die Möglichkeit für „echte“ Partizipationsprozesse.
  5. Das Handeln der kirchenleitenden Personen und Gremien kann durch eine mediative Haltung oder durch mediative Kenntnisse oder Techniken unterstützt und entwickelt werden.

 

Organisationsmediation

Die Nordkirche wird in den kommenden Dekaden deutlichem Veränderungsdruck ausgesetzt sein, der u.a. zur Konkurrenz um materielle und personelle Ressourcen führen wird. Vor dem Hintergrund einer solchen Entwicklung ist das prozessbegleitende Verfahren der (Organisations-) Mediation sehr geeignet, zu einem konstruktiven, nachhaltigen Ausgleich der Interessen innerhalb der Nordkirche beizutragen. Daher beschloss der Kirchenleitungsausschusses am 21. Januar 2017:

„Der Kirchenleitungsausschuss begrüßt  die Initiative des Netzwerkes Mediation in der Nordkirche zur Entwicklung des Verfahrens der Organisationsmediation für die Nordkirche und die Weiterarbeit am Thema. Besonders der Gedanke, das interdisziplinäre Arbeitens  im Verbund von Organisationsentwicklung, Supervision und Mediation zu entwickeln, wird als hilfreich und  erfolgversprechend gesehen.“

 

Im Anschluss an den o.g. Beschluss des Kirchenleitungsausschusses wird vorgeschlagen:

 

  1. Das bestehende Konzept der „Mediation in der Nordkirche“ wird entwickelt, auf die sich aus den Veränderungen in der Nordkirche ergebenden Bedarfe angepasst und – gerade für leitende Personen und Gremien – nutzbar gemacht. Zentrale Aspekte dieses Konzeptes sind „Mediation als integraler Bestandteil kirchlichen Leitungshandelns“, „Personalentwicklung mittels Mediation“, „Mediation als innerkirchliches Beteiligungsverfahren“, „Entwicklung der Organisationskultur der Nordkirche über Mediation“ und „Organisationsmediation als Organisationsentwicklung“.
  2. Es ist auszuloten, wie Mediation besonders an der Schnittstelle „Arbeitnehmer – Mitarbeitervertretung – Arbeitgeber“ für die Nordkirche nutzbar gemacht werden kann.
  3. Mediation wird als ein Format der Prozessberatung und als Baustein des interdisziplinären Beratungshandelns ausgebaut. Das bestehende Netzwerk „Mediation in der Nordkirche“ wird in die Beratungslandschaft der Nordkirche implementiert. Dazu wird eine Referentenstelle (1 VBE) für „Mediation und Changemanagement der Nordkirche“ auf landeskirchlicher Ebene eingerichtet.
  4. Das Thema Mediation wird mit dem Thema „Führen und Leiten“  vernetzt.

 

Andreas Wackernagel, Leiter der  Institutionsberatung

Auszug aus dem PEPP-Bericht, S. 107-109